Sardinien

Unsere "planlos" Route

Deutschland -> Neumarkt -> Livorno (Fähre) -> Olbia (Ankunft) -> Spiaggia Cala Banana -> Nuoro -> Mamoiada -> Passo Genna Silana -> Arbatax -> Villasimius -> Cagliari -> Chia -> Costa Verde (Capo Pecora, Arbus) -> Oristano (Tirso Mündung, Fordongianus) -> Bosa -> Castelsardo -> Capo Testa -> Palau -> La Maddalena Archipel (Bootstour) -> Olbia (Fähre) -> Deutschland

Die Top 3 Highlights der Reise

1. Das echte Dolce Vita in Mamoiada

Ein absolutes Top-Highlight war der Besuch im Restaurant Locanda 'Sa Rosada. Mitten unter temperamentvollen Italienern, ohne Speisekarte, bekamen wir die besten sardischen Ravioli (Culurgiones) und Malloreddus, begleitet von köstlichem Cannonau-Wein. Kulinarisch und menschlich ein Volltreffer!

2. Das Archipel La Maddalena (Bootstour)

Das war das absolute Karibik-Feeling! Die Bootsfahrt zu den Inseln wie Santa Maria und Spargi war trotz des großen Touri-Bootes jeden Cent wert. Das Wasser in allen Blau- und Türkistönen war einfach unglaublich.

3. Bosa

Bosa hat uns verzaubert! Die engen, liebevoll dekorierten Gassen und die bunten Häuser waren ein Traum. Nach einer Weinprobe in einer lokalen Bar war klar: Bosa ist ein absolutes Highlight, das man gesehen haben muss.

Unsere Stellplatz-Favoriten (Freistehen & Stellplätze)

Unsere Philosophie ist klar: Wir lieben die Freiheit des Freistehens. Wichtig vorab: Wildcampen ist auf Sardinien grundsätzlich strengstens verboten und wird mit hohen Geldstrafen geahndet.
Die Küstenwache patrouilliert regelmäßig. In Italien wird jedoch oft zwischen Parken (duldet das Übernachten im Fahrzeug, solange man fahrtüchtig bleibt) und Campen (Markise ausfahren, Stühle/Tisch rausstellen, Fenster öffnen, waschen) unterschieden. Wir haben uns an die Regel gehalten, kein Campingverhalten zu zeigen, und hatten Glück, dass unsere Spots geduldet wurden. Hier sind unsere Top-Orte:

Capo Pecora

Eine wilde, felsige Landzunge. Trotz der "5-Camper-Regel" standen mehr da, aber die Ruhe und die spektakuläre Natur waren es wert. Ein Platz, der entschleunigt.

Spiaggia di Isula Manna

Unser absoluter Favorit: ruhig, viel Platz, mit Pinienwald und Meerblick. Ein echter Glücksgriff, den wir fast für uns allein hatten.

Osservazione Foce Fiume Tirso

Ein magischer Ort, an dem wir ganz allein standen, nur begleitet vom Rauschen von Fluss und Meer. Hier vermischen sich Süß- und Salzwasser, absolute Stille und Weite.

Camper Cagliari Park

Zentraler Stellplatz in Cagliari, ideal für die Stadtbesichtigung.
Nur 5 Gehminuten von der Altstadt entfernt, sicher und asphaltiert.
Kosten: 27 €/Nacht inklusive Wasser und Entsorgung

Area Sosta Camper San Nicolò (Buggerru)

Terrassenförmige Area Sosta bei Buggerru mit Meerblick.
Liegt direkt am schönen Strand San Nicolò an der Westküste.
Kosten: ca. 20 €/Nacht (plus Entsorgung), mit Außenduschen..

Spiaggia di Bosa Marina

Stellplatz direkt am Hafen von Bosa Marina, nahe dem Strand.
Die charmante Stadt Bosa ist über einen Spazierweg erreichbar.
Ab September kostenlos, in der Hochsaison gebührenpflichtig.

Reiseküche auf dem Roadtrip durch Sardinien

Auf unserem Roadtrip durch Sardinien spielte das Kochen unterwegs eine wichtige Rolle, allerdings auf eine andere Art, als wir es von früheren Reisen kannten. In dieser Kategorie zeigen wir unsere Reiseküche auf Sardinien.
Einfache Gerichte, gekocht im Wohnmobil, mit regionalen Zutaten und angepasst an den Reisealltag.

Reiseküche unterwegs

Anders als zum Beispiel in Albanien konnten wir auf Sardinien nur selten draußen kochen. Zur Reisezeit war noch sehr viel los, die Stellplätze waren gut gefüllt und wir standen kaum allein. Nicht, dass wir uns vor anderen Campern gescheut hätten zu kochen oder zu grillen, oft ließ der Platz es schlicht nicht zu. Außerdem kamen wir schnell mit anderen Reisenden ins Gespräch und haben die Zeit lieber dafür genutzt, als für aufwendiges Kochen im Freien.

Unsere Rezepte sind deshalb bewusst unkompliziert. Sie entstehen mit wenig Equipment, meist im Wohnmobil, und mit dem, was wir unterwegs auf Märkten oder im kleinen Laden finden. Diese Sammlung zeigt, wie Reiseküche auf einem Sardinien-Roadtrip wirklich aussieht: alltagstauglich, flexibel und ohne großen Aufwand.

Kochen im Wohnmobil auf Sardinien
Kochen im Wohnmobil auf Sardinien

Planung ist beim Reisen Gold wert

Gerade weil Kochen für uns so wichtig ist, planen wir vorab grob, was wir auf der Reise kochen wollen. Kein starrer Essensplan, sondern eher eine Sammlung an Ideen:

  • Welche Gerichte funktionieren gut im Wohnmobil?

  • Was braucht wenig Platz und wenig Equipment?

  • Was lässt sich gut vorbereiten oder variieren?

Diese Planung spart unterwegs enorm Zeit und Nerven, vor allem in Ländern, in denen Einkaufen anders läuft als zu Hause. Außerdem entstehen so viele Rezepte, die später auch im Alltag funktionieren.

Lebensmittel Einkaufen auf Sardinien
Lebensmittel einkaufen auf dem Markt auf Sardinien

Das Einkaufen auf einem Roadtrip durch Sardinien ist unkompliziert und gut planbar. Entlang der Hauptstraßen sowie in und um größere Orte findet man regelmäßig Supermärkte und Discounter, was die Versorgung im Wohnmobil deutlich erleichtert. Auch in kleineren Orten gibt es meist zumindest einen Laden für den täglichen Bedarf.

Bevorzugt haben wir jedoch auf den lokalen Märkten in den Orten eingekauft, durch die wir zufällig gefahren sind. Dort gab es frische, regionale Produkte und genau das, was wir für unsere Reiseküche gesucht haben. Im September waren viele der typischen Straßenstände bereits geschlossen. Die leeren Holzhäuschen am Straßenrand lassen aber vermuten, dass man in den Sommermonaten auf Sardinien auch direkt am Straßenrand frisches Obst und Gemüse kaufen kann.

Für uns bedeutete das, eine Mischung aus Supermarkt und Marktbesuchen, ideal für das Kochen im Wohnmobil auf Sardinien und perfekt für eine einfache, flexible Reiseküche unterwegs.

Auf unserem Roadtrip durch Sardinien haben wir viele typische sardische Rezepte im Campingbackofen ausprobiert. Die Gerichte, die sich gut für das Kochen im Wohnmobil geeignet haben und uns geschmeckt haben, haben wir auf unseren Social-Media-Kanälen mit euch geteilt.

Die Rezepte, die nicht so gut funktioniert haben oder uns geschmacklich nicht überzeugt haben, seht ihr nur hier auf unserem Blog. Wir haben jeweils vermerkt, warum es nicht geklappt hat oder warum es zwar geklappt hat, uns aber nicht überzeugt hat. So bekommt ihr einen ehrlichen Einblick in unsere Reiseküche auf Sardinien und könnt selbst entscheiden, welche Rezepte ihr unterwegs ausprobieren möchtet.

Unten findest du alle Rezepte,
die auf unserem Sardinien-Roadtrip entstanden sind.
Swipe mal rüber und probiere sie selbst aus!

 

Ruck zuck Ofenlachs aus dem Omnia Campingbackofen

Ruck zuck Ofenlachs aus dem Omnia Campingbackofen

Sardische Lasagne aus dem Campingbackofen

Sardische Lasagne aus dem Campingbackofen

Feigen Schnecken aus dem Omnia Campingbackofen

Feigen Schnecken aus dem Omnia Campingbackofen

Feigen Trauben Feta aus dem Campingbackofen

Feigen Trauben Feta aus dem Campingbackofen

Mediterrane Käsespätzle One Pot aus dem Campingbackofen

Mediterrane Käsespätzle One Pot aus dem Campingbackofen

Ravioli Burger / Pastaburger aus dem Campingbackofen

Ravioli Burger / Pastaburger aus dem Campingbackofen

Salsiccia-Pasta-Schnecken aus dem Omnia Campingbackofen

Salsiccia-Pasta-Schnecken aus dem Omnia Campingbackofen

Unsere Reise in Etappen

Etappe 1: Von Zuhause bis Olbia: Der Start ins Abenteuer

Die Reise startet voller Vorfreude, als wir unser rollendes Zuhause beladen und uns auf den Weg Richtung Süden machen. Der erste Tag ist geprägt von langen Autobahnkilometern, einem Zwischenstopp in Neumarkt und der wachsenden Aufregung, dass nun endlich unser Sardinien-Abenteuer beginnt.

Am nächsten Morgen erreichen wir Livorno, allerdings erst nach einem kleinen Navigationschaos, bei dem wir gefühlt jede mögliche Einfahrt zur Grimaldi-Fähre dreimal gesehen haben. Doch schließlich finden wir den richtigen Zugang und ergattern sogar einen Stellplatz direkt am Hafen. Die Stimmung ist großartig: Ein Spaziergang durch die Stadt, ein guter Aperol und später ein spontanes Stellplatz-Fest mit fünf Nachbarpärchen. Besser hätte der Einstieg in den Urlaub nicht sein können.

Die Überfahrt am folgenden Tag verläuft entspannt. Wir dösen auf dem Deck, beobachten die anderen Reisenden und genießen die langsam näherkommende Insel. Als die Fähre in Olbia anlegt, ist es ein bisschen, als würden wir in einer anderen Welt ankommen. Warm, salzig, mediterran. Sardinien empfängt uns mit einem weichen Abendlicht. Unser erster Übernachtungsplatz, die Gegend um Cala Banana, schenkt uns einen ruhigen Start und den ersten sardischen Sonnenaufgang.

Etappe 2: Die Nordostküste: Von Olbia bis Cala Gonone

Unsere Sardinien-Tour beginnt an den Stränden rund um Olbia. Nach ein paar Fehlversuchen stoßen wir auf den Spiaggia di Bunthe, ein kleiner, feiner Strand, der uns sofort begeistert. Das Wasser glitzert, der Sand ist angenehm, und trotz anfänglicher Unsicherheit („Ist das hier erlaubt?“) fühlen wir uns schnell willkommen. Die deutschen Nachbarn beruhigen uns: „Solange ihr euch ruhig verhaltet, passt das schon.“ Hier genießen wir den ersten entspannten Strandtag Sardiniens.

Ein Stück weiter südlich liegt Spiaggia di Foghe Pizzina, ein versteckter, ruhiger Strand, der Natur und Einsamkeit pur bietet. Das Meer glitzert türkis, die kleine Bucht lädt zum Verweilen ein, ein perfekter Zwischenstopp, bevor wir wieder ins Landesinnere fahren.

Weiter südlich sammeln wir Eindrücke, die zwischen urig, wild und bergig wechseln. Die Höhenzüge um Nuoro wirken zunächst eher unspektakulär, doch gleich darauf tauchen wir in das ursprüngliche Sardinien ein: Mamoiada überrascht uns mit sardischer Gastfreundschaft. Beim Mittagessen ohne Menükarte lässt der Wirt für uns auf Italienisch, Sardisch und mit viel Gestik das Menü entstehen, ein Erlebnis, das man nicht plant, sondern das einen einfach findet.

Cala Gonone zeigt sich als hübsches Küstenstädtchen, aber völlig überfüllt. Die Stimmung im Ort weniger spektakulär, zu viele Menschen, zu wenig Platz. Also entscheiden wir, die Küstenstelle noch etwas zu meiden. Stattdessen zieht es uns weiter ins Hinterland, über den Passo Genna Silana. Die kurvigen Straßen durch dichte Wälder und schroffe Kalksteinfelsen bieten atemberaubende Ausblicke auf das Supramonte-Gebirge. Ein kurzer Stopp genügt, um die wilde Schönheit Sardiniens zu spüren, noch bevor wir wieder Richtung Küste fahren.

Also weiter Richtung Lotzorai, wo wir einen wunderschönen Pinienplatz finden. Morgens bei Meerrauschen frühstücken, abends wegen Wespen lieber im Wohnmobil grillen, es ist herrlich entspannt und langsam spüren wir das echte Urlaubsgefühl.

Etappe 3: Die Ostküste hinunter: Von Arbatax bis Villasimius

Die Ostküste Sardiniens empfängt uns mit Farbe, Form und Charakter:

Ein kurzer Abstecher führt uns zu den Rocce Rosse in Arbatax. Die bizarren roten Felsen sind beeindruckend und bieten spektakuläre Fotomotive. Die roten Felsen von Arbatax leuchten wie Monumente vor dem türkisblauen Meer, fast unwirklich schön. Ein Eindruck, der bleibt.

Wir steuern verschiedene Strände an, erleben zunächst überfüllte Parkplätze, dann wieder idyllische Buchten. Weiter südlich, bei Bari Sardo, finden wir Spiaggia dei Lobinas, ein ruhiger Strand mit glasklarem Wasser, feinem Sand und Blick auf den Torre di Barì. Hier fühlen wir uns wie in einem kleinen Paradies – nachts ganz allein mit dem Rauschen des Meeres.

Je weiter wir nach Süden kommen, desto karibischer wird es. Villasimius zeigt die strahlend hellen Farben, für die dieser Küstenabschnitt berühmt ist, allerdings auch die Ströme an Touristen. Daher fahren wir weiter und finden am Spiaggia di Santo Stefano genau das, wonach wir gesucht haben: ein ruhiger, natürlicher Strand mit Fischen im klaren Wasser und einem Sonnenuntergang, der den Himmel rosa färbt.

Etappe 4: Hauptstadtflair & südliche Küste: Cagliari und Porto Botte

Nach Tagen voller Natur tauchen wir in das lebendige Herz Sardiniens ein: Cagliari. Die Stadt verzaubert sofort mit ihren schmalen Gassen, bunten Häusern und einem lebendigen gastronomischen Rhythmus. Wir flanieren durch das Zentrum, probieren Köstlichkeiten, beobachten das Treiben und genießen das mediterrane Flair.

Ein Highlight ist der Besuch des Mercato di San Benedetto, ein Markt voller Leben, Farben, Stimmen, frischem Fisch und dem Duft nach Meer und Kräutern. Plötzlich merkt man, wie sehr die Insel kulinarisch von ihrer Geschichte und ihrer Küstennähe geprägt ist. Doch das pure Stadtleben wird am Abend von einem ganz anderen Erlebnis abgelöst.

Südlich von Cagliari suchen wir lange nach einem Spot. Pula? Voll. Piscinnì? Keine Chance. Schließlich landen wir in Porto Botte. Flamingos am Horizont, das Meer ruhig, der Wind mild. Romantisch… bis die Nacht beginnt. Karaoke bis 4 Uhr morgens, Staubwolken durch vorbeirasende Autos und null Schlaf. Ein Erlebnis, das man nicht vergisst, aber garantiert nicht wiederholen möchte.

Etappe 5: Der wilde Südwesten: Von Sant’Antioco bis Buggerru

Der Südwesten Sardiniens zeigt sich rauer, kantiger und gleichzeitig unglaublich beeindruckend. Sant’Antioco ist inzwischen fast überall „Camper verboten“ – also weiter.

Am Pan di Zucchero, dem ikonischen Felsen im Meer, staunen wir zwar über die Natur, fliehen aber vor dem Trubel. Und dann finden wir genau das, was man auf so einer Reise sucht: Einen ruhigen, terrassenförmig angelegten Platz an der SP83 bei Buggerru.

Hier treffen steile Klippen auf türkisgrüne Wellen. Der Sonnenuntergang ist malerisch, und die kalte Außendusche mit Meerblick sorgt für viel Gelächter – und vermutlich ungewollte Blicke von unten.

Kurz darauf steht Capo Pecora auf dem Programm: wilde Felsen, starke Wellen und viel Ruhe. Ein Ort, der so roh und echt wirkt, dass man sich ein bisschen allein auf der Welt fühlt.

Etappe 6: Die wilde Westküste: Von den Dünen von Piscinas bis zu den Reiskornstränden

Diese Etappe führt uns an die ungezähmteste Küstenlinie Sardiniens; eine Landschaft, die wilder, weiter und ursprünglicher nicht sein könnte.

Unser Weg beginnt im Süden, wo die berühmten Dünen von Piscinas wie eine kleine Sahara ans Meer stoßen. Meterhohe Sandberge, die sich mit dem Wind formen, treffen hier auf das kräftig blaue Meer. Die Anfahrt über Schotterpisten lässt bereits ahnen, dass man an einem außergewöhnlichen Ort ankommt. Wir steigen die warmen Dünen hinauf und genießen oben einen Panorama-Blick, der uns sprachlos macht: endlose Sandhügel im Rücken, das Meer vor uns, die Sonne, die die Landschaft in goldenes Licht taucht. Ein Ort, der sich in Herz und Erinnerung brennt.

Wenige Kilometer weiter machen wir Halt am Spiaggia di Campu Sali, einem fast menschenleeren Strandabschnitt zwischen Arbus und der Küste Richtung Oristano. Die Brandung ist kräftig, der Strand weit, und am Abend glüht der Himmel in Orange- und Rosatönen. Hier wirken Meer und Wind fast ungezähmt, ein wilder, wunderschöner Moment der Ruhe.

Von hier führt uns eine schmale Straße durch weite Ebenen zur Brücke von Marceddì (Ponte Marceddì). Ein schmaler Landstreifen trennt hier das offene Meer von einer großen Lagune. Fischerboote schaukeln leicht im Wasser, Reiher stehen reglos am Ufer und die Luft riecht nach Salz, Schilf und Meer. Wir halten an und lassen die Stille wirken, ein Ort, der gleichzeitig verlassen und magisch ist.

Weiter nördlich erreichen wir Foce Fiume Tirso, die Mündung des größten Flusses Sardiniens. Hier stehen wir zum ersten Mal vollkommen allein. Kein anderes Fahrzeug, keine Menschen, nur wir, der Fluss, der sich ruhig ins Meer schiebt, und der Wind, der durch das hohe Schilf streicht. Der Platz hat etwas Raues, Unberührtes, als hätte die Natur ihn nur für uns freigehalten.

Für einen kulturellen Abstecher fahren wir ins Landesinnere nach Fordongianus. Die römischen Thermen liegen direkt am Fluss und erzählen seit Jahrhunderten Geschichten vergangener Zeiten. Heiße Quellen dampfen noch heute, Steine, die vor 2.000 Jahren von Menschenhand behauen wurden, sind noch sichtbar,  ein spannender Kontrast zur wilden Küste.

Zurück am Meer entdecken wir Portu Suedda, einen der schönsten und stillsten Plätze dieser Etappe. Der Strand ist naturbelassen, das Wasser schimmert in unglaublichen Blau- und Grüntönen. Ein Verkäufer bietet Pecorino aus eigener Herstellung an, natürlich können wir nicht widerstehen und genießen sardischen Käse mit Blick aufs Meer. Genau solche unerwarteten Momente machen diese Reise so besonders.

Ein Stück weiter nördlich liegen die berühmten Reiskornstrände von Is Arutas und Mari Ermi, die mit ihren schneeweißen Quarzkörnchen ein völlig anderes Strandgefühl vermitteln. Das Wasser ist glasklar, der Sand schimmert wie feiner Kristall, ein unvergesslicher Abschluss unserer wilden Westküsten-Etappe.

Etappe 7: Der Nordwesten: Bosa, Küstenstraßen & Maddalena-Archipel

Auf dem Weg Richtung Norden legten wir in Cuglieri einen kleinen, aber lohnenden Zwischenstopp ein. Unser Reiseführer hatte uns versprochen, dass es dort besonders gutes Olivenöl geben würde – und das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Bei der Olearia Peddio probierten wir uns durch die verschiedenen Öle, verliebten uns in eins (oder zwei… 🤭) und schlugen zu. Anschließend spazierten wir durch das verschlafene Dorf, mit seinen engen Gassen und kleinen Steinhäusern, und genossen oben bei der Basilica einen traumhaften Blick über die Hügel bis zum Meer. Essen wäre schön gewesen, aber typisch Sardinien – alles geschlossen. Also weiter nach Bosa.

Dort hatten wir sofort Glück und ergatterten einen Stellplatz direkt am Hafen. Ab September sogar kostenlos, was will man mehr? Der Kaffee an der Strandbar fiel wegen der italienischen Regel „Kein Cappuccino nach 11 Uhr“ aus, also gab’s eben einen Spritz – wir passten uns an und konnten darüber nur lachen. Der Strand war herrlich, und später erkundeten wir die Stadt. Bosa hat uns wirklich begeistert: bunt, charmant, jede Ecke liebevoll dekoriert. Wir liefen manche Gassen zweimal ab, weil man immer wieder Neues entdeckte. Ein Besuch in einer Weinbar musste natürlich sein – leckerer Malvasia, super Beratung, ein Schnaps aufs Haus und später Pizza, bevor wir nachts entlang des beleuchteten Flusses zurückliefen. Bosa hat uns richtig verzaubert.

Die Küstenstraße SP105 zwischen Bosa und Alghero war schon wieder ein komplett anderes Sardinien: Felsen, Kurven und ein Meer, das wie gemalt wirkte. Ein kurzer Stopp in Villanova Monteleone, wo man locker hätte bleiben können, aber wir hatten noch ein Ziel vor Augen.

Am Spiaggia Pazzona bei Stintino erwartete uns ein ruhiger, fast schon stiller Ort. Schilder wie „Camping verboten“ interpretieren wir ja inzwischen mit etwas humorvollem Pragmatismus – campen tun wir ja nicht 😉. Und wie gedacht: es standen bereits Camper dort, weit genug von der Hauptsaison entfernt. Der Strand war wunderschön, türkisblau und weit, mit etwas Seegras, aber unglaublich entspannt. Kaum Menschen, keine Hektik, nur hin und wieder ein Umweltfahrzeug. Ein Platz, an dem man einfach abschaltet.

Weiter ging es nach Castelsardo, das auf den ersten Blick wie ein Postkartenmotiv wirkte – diese farbigen Häuser, die Burg, der Felsvorsprung über dem Meer. Der Weg hoch war anstrengend, aber der Blick lohnte sich. Doch je weiter wir hochkamen, desto stärker spürte man den Touri-Druck. Körbe, die angeblich handgeflochten sind, aber irgendwie nicht wirklich vor unseren Augen entstehen wollten. Wenig Lächeln, viel Geschäft. Trotzdem gab es Lichtblicke: der Turm der Kathedrale, mit Glockenspiel und hübschem Dach, hat uns richtig gefallen, und die Seada war köstlich. Ein Ort, schön anzusehen, aber man spürt, dass die Geduld gegenüber Touristen etwas aufgebraucht ist.

Der Elefantenfelsen war dann wieder ein lockerer Abstecher. Nett, überraschend groß, mit kleinen prähistorischen Grabkammern im Inneren. Kein Mega-Highlight, aber diese Dinge gehören einfach dazu. Zum Glück waren wir früh da, bevor die Busse anrollten.

Unser nächster Stellplatz bei Cala Ostina war ein echter Glücksgriff. Erst dachten wir, die Plätze wären schon belegt, aber dann entdeckten wir unten einen großen Parkplatz mit Meerblick. Anfangs standen wir nur zu zweit, bis sich der Platz füllte. Die Deutschen wie immer ordentlich in einer Reihe, damit jeder den Blick genießen kann – und die Italiener wie immer ganz entspannt mitten davor, inklusive dem Aufbau einer halben Muckibude. Wir mussten lachen und hatten beste Unterhaltung. Der Sonnenuntergang war großartig, die Spazierwege schön, nur der schmale Pfad am Ende eher etwas für Leute mit „mehr Mut als wir“.

Capo Testa stellte dann wieder klar, warum der Norden so beliebt ist. Das Schild, dass Wohnmobile erst ab 30. September durchfahren dürfen, haben wir wohl „übersehen“… es war der 29.9., also Augen zu und durch. Wir bekamen einen Parkplatz und tauchten ein in diese Granitwelt, die aussieht, als wäre man auf einem anderen Planeten. Riesige Felsformen, glatt, rund, durchlöchert, wild modelliert – einfach beeindruckend. Und die Aussicht nach Korsika, das zum Greifen nah schien. Früh dort zu sein war perfekt, später wurde es voll und die Selfiesticks wuchsen aus dem Boden.

In Palau parkten wir direkt am Hafen, um Tickets für die Maddalena-Bootstour zu kaufen. Kleine Boote waren alle ausgebucht, also blieb uns die große 80-Mann-Variante. Voll touristisch, keine Frage, aber deutlich günstiger und dieselbe Route. Palau selbst ist ein netter Ort zum Herumschlendern, und das rosa Café mit dem „Rosa Cappuccino“ hat uns besonders überrascht – alles dort war so liebevoll gemacht und die Caletti einfach himmlisch.

Die Bootstour war dann einer der schönsten Tage der ganzen Reise. Das Team super herzlich, viel erzählt, viel gelacht, und das Wasser – wirklich ein Traum in allen Blautönen. Santa Maria war unser erster Halt, naturbelassen, glasklar, ein Badeparadies. Danach die Cala Corsara auf Spargi, traumhaft schön, und der Rosa Strand von Budelli, den man nur aus der Ferne sehen darf, aber trotzdem besonders wirkt. La Maddalena Stadt war nett, aber kein Muss. Viel spannender war die Rückfahrt, mit tief stehender Sonne, Musik an Deck und diesem goldenen Licht über dem Meer.

Kurz vor Ende der Reise wartete dann noch eine kleine Odyssee: entsorgen. Der Campingplatz in Palau wollte 20 €, der nächste war geschlossen, der übernächste schließlich 30 €. Zwei Mal fahren, zahlen, lachen – so ist es eben manchmal. Danach ging’s zurück nach Cala Banana, wo wir die Reise begonnen hatten. Dort trafen wir endlich Taddi und Mike, mit denen wir schon die ganze Reise über Kontakt hatten, und am letzten Abend noch ein Paar aus Livorno wieder. Aus einem kleinen „Magst ein Bier?“ wurde ein wunderschöner Abend mit Gitarre am Strand und Sonnenuntergang. Genau diese Begegnungen machen das Reisen aus.

Schließlich hieß es Ciao Sardinien. Anfangs waren wir uns unsicher: wunderschön, aber Camper nicht immer willkommen. Der Süden war stressig, die Straßen voll, die Stimmung angespannt. Doch im Westen und Norden entspannte sich alles und wir konnten die Insel so richtig genießen. Jetzt wissen wir: Sardinien ist traumhaft, aber kein Freisteh-Paradies. Mit Respekt, Diskretion und ohne Campingverhalten funktioniert es – und dann erlebt man Orte, die man nie vergisst.

Unsere Reisekosten

⛴ Fähre

317 €
Hin-u. Rückfahrt, Wohnmobil,
Kabine für 2 Personen

⛽ Tanken

605 €
Diesel für die gesamte
Reise zzgl. ca. 20 € für AdBlue

🛣 Maut

140 €
Österreich, Brenner & italienische Autobahnen

🛒 Lebensmittel

590 €
Einkäufe für unterwegs

🍕 Essen & Trinken auswärts

440 €
Cafés, Bars, Restaurants

🏕 Stell- & Campingplätze

102 €  inkl. Strom & Duschen
30 € Stellplatz-Entsorgung

🎟 Eintritt, Sehenswürdigkeiten

100 €  Bootstour

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💰 Gesamtkosten

≈ 2.324,00 €

Reisedauer: 11.9.2025 - 02.10.2025 = 22 Tage

Gefahrene Kilometer: 3225 km

Tipps für die Planung unserer Sardinien-Reise

Zum Schluss noch ein paar Dinge, die uns bei der Planung und unterwegs in Sardinien wirklich geholfen haben. Nichts Wildes, einfach Sachen, die man vorher gut gebrauchen kann und die uns einiges leichter gemacht haben.


Infos holen,  am liebsten von anderen Reisenden

Wir haben uns viele Tipps über Social Media geholt. Vor allem von anderen Campern und Reisenden, die gerade erst dort waren. Das war oft aktueller und ehrlicher als alles andere, gerade wenn es um Straßen, Orte oder Stellplätze ging.


Route selbst bauen mit Google Maps

Unsere Route haben wir uns komplett selbst mit Google Maps zusammengestellt. So konnten wir flexibel bleiben und unterwegs spontan entscheiden, wo wir länger bleiben oder etwas auslassen.
Wichtig: Strecken dauern in Albanien oft länger als gedacht, lieber nicht zu voll planen.


Reiseführer, der uns wirklich geholfen hat

Trotz Social Media hatten wir auch einen klassischen Reiseführer dabei und der hat sich gelohnt. Der Reiseführer von Marco Polo  war für uns super hilfreich, vor allem für Roadtrip und Camper. Viele kurze Infos, gute Tipps und kein unnötiges Blabla.

👉 Reiseführer: MARCO POLO Camper Guide Sardinien: Insider-Tipps für deine Wohnmobil-Touren

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🚐 Praktische Dinge, die in Albanien wirklich sinnvoll sind

Albanien ist kein schwieriges Reiseland, aber an vielen Stellen einfach anders. Straßen, Stellplätze und Wege sind oft ursprünglicher  und genau dafür sind ein paar Dinge besonders hilfreich, die man in anderen Ländern kaum braucht.

Dinge, die wir empfehlen können:

  • Offline-Karten / Straßenatlas – Empfang ist nicht überall selbstverständlich
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  • Schaufel / Klappspaten
    Klingt banal, hat uns aber schon mehrfach geholfen. Sand, Kies oder weicher Untergrund sind keine Seltenheit, mit einer Schaufel kommt man oft schneller wieder frei als gedacht.
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  • Traktionshilfen / Sandbleche (leicht & kompakt)
    Gerade an Stränden, auf Schotter oder feuchtem Boden extrem hilfreich.
    Gibt Sicherheit, wenn man gern etwas abseits steht.
    Wir haben die "ARB 2 Stück Bergungsboards "Tred Pro" schwarz"
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Langsamer reisen, mehr erleben

Unser Tipp: nicht alles durchplanen.
Sardinien lädt ein, sich treiben zu lassen, von einsamen Stränden über kleine Bergdörfer bis zu lebhaften Märkten. Wer sich Zeit nimmt, erlebt die Insel intensiver und kann jeden Moment genießen.

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